Travel Recap: Roadtrip USA | Valley of Fire & Zion NP

Valley of FireNachdem ich euch meine Tipps zu unserem ersten Stopp in Las Vegas hier bereits aufgeschrieben habe, folgt nun wie versprochen der zweite und somit erste Teil des eigentlichen Roadtrips. Nach langem hin und her habe ich mich dazu entschlossen, die Recaps in einzelne Artikel aufzuteilen – es waren einfach zu viele tolle Bilder und Tipps für einen Post! Außerdem dachte ich, es fällt euch so vielleicht leichter, gezielt nach meinen persönlichen Tipps zu einem bestimmten Ort zu suchen. 🙂

In diesem Post wird es also um das Valley of Fire und den Zion Nationalpark gehen.

What to do

Unser erster Stopp war das Valley of Fire, ein kleiner Park eine Stunde östlich von Las Vegas, der in der Masse an Parks leicht untergeht, aber definitiv einen Besuch wert ist. Das Valley of Fire verdankt seinen Namen den feurroten Gesteinsgebilden und – das vermute ich – den dort vorherrschenden Temperaturen. Es ist einfach u-n-e-r-t-r-ä-g-l-i-c-h heiß. Nach ein paar Tagen Akklimatisierung in Las Vegas könnte man meinen, man sei für die Temperaturen im noch heißeren Landesinneren gewappnet – Pustekuchen. Während die anderen Parks in der Umgebung durchaus hohe Temperaturen aufweisen, beheimaten sie immerhin Bäume und Pflanzen, die etwas Schutz vor der knallenden Sonne bieten. Das einzig annähernde Grün, das man im Valley of Fire sieht, sind Kakteen. Das heißt im Umkehrschluss – nullkommanull Schatten. Wenn dich ein Schild also darauf hinweist, einen bestimmten Wanderweg in extremer Hitze nicht zu laufen („not recommended in high temperatures“), dann ist das kein Scherz. In den Sommermonaten kann die Hitze in der Mojave Wüste wirklich mörderisch sein (wie ich leider am eigenen Leib erfahren musste). Es gibt keinen Grund, seine Gesundheit wegen eines bestimmten Steins/Aussichtpunkts/Trails zu gefährden, genießen kann man es sowieso nicht.

Valley of Fire

Trotz der vielen Warnhinweise wollten wir dennoch unbedingt die Fire Wave sehen, der Grund, weshalb wir überhaupt ins Valley of Fire gefahren waren. Anders als bei der Coyote Buttes Wave braucht man hierfür nämlich keinen Permit. Klar, sie ist mit Sicherheit auch deutlich unspektakulärer, aber eine ideale Alternative. Die knapp 2,5 Kilometer sollten bei gemütlicher Wanderung in einer Stunde zurückzulegen sein, hieß es im Parkplan. Nicht jedoch, wenn man sich alle 10 Minuten hechelnd unter den schmalsten Felsvorsprung quetscht, um einmal durchatmen zu können. Ich muss wirklich sagen, dass ich weder unsportlich, noch körperlich labil bin. So sehr habe ich die Hitze aber wirklich noch nie unterschätzt. An der Fire Wave angekommen, nutzte ich die Zeit im (so raren) Schatten, um mich für den Rückweg zu stärken. Kennt ihr das Gefühl, wenn sich euer Magen vor Überanstrengung so zusammenzieht, dass ihr jede Sekunde brechen könntet? Jap. Ich dachte wirklich nicht, dass ich es jemals zurückschaffen würde. Den Wasservorrat hatten wir zu allem Überfluss innerhalb der ersten halben Stunde auch schon aufgebraucht. Nichtsdestotrotz war die Wave wirklich beeindruckend und ein einmaliges Farbschauspiel.

Valley of FireValley of FireValley of Fire

Aufgrund meines Beinah-Zusammenbruchs hatten wir leider keine Zeit für einen weiteren Trail im Valley of Fire und da wir dem Zeitplan sowieso schon hinterherhinkten, machten wir uns direkt auf die knapp zweistündige Fahrt in den Zion Nationalpark. Leider wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass wir mit der Grenzüberschreitung auch in eine neue Zeitzone reisten, das sollte uns später am Abend leider noch zum Verhängnis werden. Der wirklich atemberaubende Zion Nationalpark, der sich in seiner vollen Pracht schon beim Hineinfahren präsentiert, musste leider im Eiltempo besichtigt werden. Generell würde ich (wenn möglich) pro Park mindestens einen Tag zum Besichtigen einplanen. Und auch dann muss man sich für ein, zwei Trails entscheiden, die gut und gerne mal 3-5 Stunden in Anspruch nehmen.

Zion NationalparkZion NationalparkAls wir im Park ankamen stand die Sonne schon sehr tief, weshalb wir uns schweren Herzens eingestehen mussten, dass wohl nur für einen Trail Zeit war. Mit diversen Tipps von Bekannten, Parkplan und Reiseführer, entschieden wir uns also für die schwierigste und anspruchsvollste 4-Meilen-Wanderung – zum Angels Landing – von der wir überzeugt waren, sie in knapp 2 Stunden schaffen zu können. Mit strammem Schritt überwanden wir also gut 400 Höhenmeter, die wir zugegebenermaßen in Teilen sogar rennend zurücklegten (ja, wir hatten es wirklich eilig). Der Aufstieg war wirklich anstrengend – kilometerlange Serpentinen an steilen Felsklippen entlang – sowohl für Geist als auch für Körper. Doch die Aussicht war einmalig. Ein absolutes Muss für jeden, der den Zion NP besucht! Die letzten 800m führten an einem Stahlseil entlang die steilen Felsklippen hoch. Nach guten 10 Metern war uns unser Leben aber doch zu kostbar und wir drehten (glücklicherweise) wieder um. Das war auch gut so, denn den sandigen, rutschigen und steilen Felsen an einem Stahlseil nach unten zu laufen, war noch viel schlimmer für unsre von Höhen- und Todesangst belasteten Herzen. Die Wanderroute hatte den Namen Angel’s Landing wirklich verdient. Denn nur Engel können in der Lage sein, da zu landen. Allerdings soll sich die Aussicht ganz oben wirklich lohnen, all denjenigen, die keine Höhenangst haben, würde ich es deshalb durchaus empfehlen!

Zion NationalparkZion NationalparkZion Nationalpark

Wie schon erwähnt blieb leider keine Zeit für einen weiteren Trail, da es mittlerweile schon fast dunkel war. Der Overlook Trail soll ebenfalls einen atemberaubenden Ausblick über den ganzen Canyon bieten.

Where to stay

Während unserer Roadtrips haben wir stets darauf geachtet, eine Unterkunft auf halber Strecke zwischen den Parks zu suchen, damit wir nach einem langen Tag im Park keine zu weite Strecke mehr fahren mussten, am darauffolgenden Tag aber auch nicht zu weit zum nächsten Park fahren zu müssen. Die Parks liegen im Schnitt gute 1-2 Stunden voneinander entfernt und beim Planen einer solchen Reise muss einem einfach bewusst sein, dass man sehr viel Zeit im Auto verbringt. Ich bin allerdings der Meinung, dass wir das ganz gut gehandhabt haben und zwischendurch immer wieder einen Tag zum relaxen (besonders für den Fahrer) eingeplant hatten. Wir verbrachten also meistens den Tag über im Park, machten uns abends auf den Weg zur Unterkunft und am nächsten Morgen wieder zum nächsten Park usw. Der einzige Nachteil daran ist leider, dass es hin und wieder vorkommt, dass man atemberaubende Strecken bei absoluter Dunkelheit zurücklegt, dennoch schien es uns als die beste Lösung, um unsere Tage so gut wie möglich ausnutzen zu können.

Zion NationalparkFür alle Camper gibt es im Zion NP selbst mehrere Campingplätze, für die eine Reservierung jedoch mindestens ein Jahr im Voraus nötig ist. Nachdem ich im Park war bin ich aber davon überzeugt, dass sich das auf alle Fälle lohnt. In dieser Kulisse morgens aus dem Zelt zu steigen, muss ein Wahnsinns-Erlebnis sein. Auf der Internetseite des National Park Service kann man sich über die verschiedenen National- und State Parks sowie deren Campingplätze informieren und teilweise direkt buchen. Mit $10-30 sind sie auch super erschwinglich und eben nochmal eine ganz andere Erfahrung. Da wir unseren Roadtrip aber relativ kurzfristig erst einige Wochen vor Abreise geplant hatten, waren die meisten Park Campgrounds schon komplett ausgebucht. Deshalb suchten wir uns auf halber Strecke zum nächsten Park eine Unterkunft.

Ein unglaublich schnuckeliges Motel auf dem Weg vom Zion NP zum Bryce Canyon ist das Mountain Ridge Motel in Hatch. Die Anfahrt vom Zion NP aus muss unglaublich schön sein – davon hatten wir allerdings aufgrund der Uhrzeit leider nicht viel mitbekommen. Die Strecke durch den Dixie Forest hat es aber auch in sich – ein ständiges Auf und Ab mit extremen Höhenunterschieden. Außerdem muss man besonders im Dunkeln unglaublich wachsam sein: auf unserer zweistündigen Fahrt begegneten uns am Straßenrand mindestens eine Handvoll Hirsche, Rehe, Kühe oder Hasen.

Mountain Ridge Motel

Die Zimmer des Motels sind liebevoll eingerichtet, modern und sauber (für mich mit der wichtigste Aspekt). Außerdem habe ich eine Schwäche für süße Motels mit von außen begehbaren Zimmern (und süßen Bänken vor der Tür!). Da wir während unserer Reise mehrfach die Zeitzone wechselten und es einige Zeit dauerte, bis uns das bewusst wurde, hätten wir in diesem schönen Motel auch fast nicht übernachten können. Als klar wurde, dass wir bis 21 Uhr nicht am Motel ankommen würden, rief ich kurzerhand an der Rezeption an. Die nette Dame war wirklich unglaublich freundlich, meinte es sei kein Problem und fragte mich, ob sie den Schlüssel für das Zimmer unter die Fußmatte und die Reservierungsbestätigung ins Zimmer legen könne, wenn wir es bis 22 Uhr nicht schaffen würden. Das alles hat dann auch ganz wunderbar geklappt und wir konnten um 22:30 Uhr müde in unser Queen Size Bett fallen.

Mountain Ridge Motel

Das Motel selbst hat nur 8 Zimmer und einige RV-Stellplätze, was für diese Gegenden aber durchaus üblich ist. Außerdem gibt es Eiswürfel for free – ein absoluter Life-Saver wenn man in diesen Temperaturen mit einem Cooler unterwegs ist!

What to keep in mind

You’re in the desert: Man vergisst leider immer wieder, dass man sich in der Wüste befindet und es immer wieder Parks gibt, in denen es kaum bis gar keinen Schatten gibt. Genügend Wasser, Sonnencreme und eine Kopfbedeckung sind dabei das A und O. Wir haben während unserer zwei Wochen gut 2 Flaschen Sonnencreme aufgebraucht und uns im Supermarkt mit kanisterweise Wasser eingedeckt. Auf einer fünfstündigen Wanderung pumpt man locker mal 4 Liter Wasser weg, ohne groß darüber nachzudenken!

Annual Pass: Die meisten National- und State Parks kosten 10-15 Dollar Eintritt. Wer also plant, wie wir mehrere Parks anzufahren, sollte sich auf alle Fälle einen Annual Pass für knapp 80€ besorgen. Damit ist man erstens sehr viel billiger dran und zweitens schneller im Park, weil man seinen Pass am Eingang einfach nur vorzeigen muss.

You’re also in the middle of nowhere: Zu Beginn unseres Roadtrips begangen wir mehrmals den Fehler, die große Weite und das viele Nichts zu unterschätzen. Generell gibt es in diesen Gegenden sehr wenige größere Orte und im Folgeschluss auch sehr beschränkte Möglichkeiten zum Einkaufen und Essen gehen. Auf vorherigen Roadtrips durch die USA (wie beispielsweise in Florida) sind wird zum Abendessen oftmals einfach drauf losgefahren, bis wir etwas Nettes gefunden haben. Das geht hier absolut nicht. Es ist schon großes Glück, überhaupt ein Restaurant in der Nähe der Unterkunft zu finden, aber auch auf einer zweistündigen Strecke kann es durchaus vorkommen, dass kein einziges Restaurant auf dem Weg liegt. Mahlzeiten also unbedingt im Voraus planen und wenn möglich im Supermarkt (von denen es auch sehr, sehr wenige gibt) ein bisschen Proviant besorgen. Im Notfall kann man sich dann nämlich auch mal im Hotel ein Sandwich oder Müsli machen, gegebenenfalls man reist mit Cooler (was ich auch dringend empfehle). Einige Ausnahmen gibt es natürlich: In Moab oder Paige zum Beispiel finden sich zahlreiche Restaurants, Shops und Supermärkte – das wars dann aber auch schon.

 

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