Golden Hours & Warum der Instagram-Frust nichts mit Narzissmus zu tun hat

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Nicht erst seit gestern bin ich ziemlich angenervt von Instagram und um ehrlich zu sein auch etwas lustlos, weiterhin so viel Zeit in diese App zu investieren. Aber gestern ist mir irgendwie der Kragen geplatzt. Weshalb ich – wie so viele andere vor mir auch schon – öffentlich meinen Instagram-Frust ablassen musste. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses ständige Gejammere für viele nicht nachvollziehbar ist, die nicht täglich mehrere Stunden auf Instagram verbringen und quasi ihren Unterhalt damit verdienen. Die meisten Blogger-Kollegen werden mir aber zustimmen können, dass es seit einigen Wochen einfach keinen Spaß mehr macht und das nicht etwa, weil der neue Algorithmus an unserem Ego krazt.

Ich-Marketing statt fame-geilem Narzissmus

Ihr müsst euch das so vorstellen. Als Blogger ist und bleibt unser Hauptmedium (zum Glück!) nach wie vor der Blog. Um jedoch neue Leser und Firmen auf uns aufmerksam zu machen, brauchen wir soziale Netzwerke wie Instagram und Co., durch die wir viel einfacher und schneller Menschen erreichen, die wir mit etwas Glück wiederum als neue Kunden und Leser gewinnen können. Es ist nichts Neues, dass Instagram in regelmäßigen Abständen seinen Algorithmus ändert. Die erste Reaktion der Community ist darauf meist ein empörter Aufschrei, bis alle feststellen, dass sich ja gar nicht so viel geändert hat und sowieso alles halb so wild ist. Diesmal ist es aber anders. Seit der neuesten Änderung verzeichnen Blogger und Instagrammer jeglicher Größenordnung einen Einbruch ihrer Reichweite. Die von allen beklagte verminderte Like- und Interaktionsrate ist dabei nur ein Nebeneffekt. Der eigentliche Grund für die Frustration ist der, dass deutlich weniger Menschen erreicht werden, was sich früher oder später negativ auf die Blogstatistik und Kundenakquise auswirkt. In den meisten Fällen beruht die Jammerei also nicht auf fame-geilem Narzissmus, sondern bezieht sich vielmehr auf verbaute unternehmerische Strategien. Nur mal so als Beispiel. Während ich im Oktober mit meinen Beiträgen durchschnittlich noch zwischen 10.000 und 15.000 einzelne Konten erreichte, sind es heute gerade einmal zwischen 3.000 und 5.000. Während ich und viele weitere Leidensgenossen also mittlerweile fast schon verzweifelt versuchen, zumindest unsere feste Leserschaft wieder zu erreichen, scheint Instagram mehr daran interessiert zu sein, Profit aus unserer Misere zu schlagen. Und das mit Erfolg. Immer mehr Blogger entscheiden sich nämlich dafür, Werbung zu schalten um ihre organische Reichweite mit ein paar Euro zu erhöhen.

Du nervst, Instagram!

Das ständige Gebuhle um mehr Likes und Leser geht mittlerweile auch anderen – die Instagram nicht beruflich nutzen – ziemlich auf den Keks. Und das zu recht. Stories werden nur noch dafür genutzt, auf neue Posts und Bilder aufmerksam zu machen und alle paar Tage gibt es einen frustrierten Motz-Post, in dem der neue Algorithmus beklagt wird. Ich schließe mich da übrigens nicht aus. Nachdem mir über 80% meiner Follower in einer Umfrage bestätigt haben, dass sie meine Beiträge nicht mehr sehen, habe auch ich beschlossen, meine Story als zusätzliche Werbeplattform zu nutzen. Die eigentliche Idee der Story-Funktion, ungefilterten und “echteren” Content zu posten, geht somit langsam aber sicher auch verloren. Wer jetzt sagt “beruhigt euch doch mal, es sind doch nur Zahlen” hat definitiv recht. Im Blogger-Business wird der Erfolg aber leider (immer noch) an Zahlen gemessen und aktuell eben vorwiegend an Instagram-Zahlen. Und so lange das so ist, wird sich an der Frustration und Jammerei wohl auch nicht viel ändern. Es sei denn, Firmen und Agenturen sehen endlich ein, dass Zahlen nicht alles sind und Instagram schon gar nicht. Mehr Fokus auf den Blog und weniger auf Instagram täte übrigens auch mir ganz gut. Schließlich sind Blogs das einzige Medium, das wir kontrollieren können und das auf lange Sicht bestehen bleibt.



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It’s not only since yesterday that I’m pretty annoyed by Instagram and honestly a little tired of investing so much time in this app. But yesterday I kind of had enough. Which is why – like so many others before me – I had to let off some steam, publicly, via my Instastories. I can imagine that this constant whining is something many people don’t get. People who don’t spend hours on this app every day and basically earn their living through it. Most bloggers will agree with me, however, that Instagram has become pretty frustrating these last couple of weeks and not because the new algorithm is scratching our egos.

Self-marketing instead of fame-loving narcissism

You have to think of it that way. As a blogger, our main medium (fortunately!) is and always remains the blog. In order to attract new readers and companies, however, we need social networks such as Instagram and Facebook, through which we can build an audience way easier and faster and hopefully acquire new readers and customers at the same time. It’s no secret that Instagram regularly changes its algorithm. The community’s first reaction is usually an outrageous outcry, until everyone realizes that not a lot has changed and everything is half as bad anyway. But this time it’s different. Since the latest update, bloggers and instagrammers of all sizes have seen their reach drop drastically. The reduced like and interaction rate, which everyone is complaining about, is only a side effect. The real reason for the current frustration is that significantly fewer people actually see our posts, which sooner or later has a negative effect on blog statistics and customer acquisition. So in most cases, the whining is not based on fame-loving narcissism, but rather on entrepreneurial strategies that are being screwed up. For example. While I reached between 10,000 and 15,000 individual accounts on average back in October, today it’s only between 3,000 and 5,000. So while I and many other fellow sufferers are now almost desperately trying to reach at least our regular readership again, Instagram seems to be more interested in profiting from our misery. And with great success. More and more bloggers are deciding to promote their posts in order to increase their organic reach with a few euros now.

Sorry Instagram, but you suck!

In the meantime, other people – who don’t use Instagram professionally – have been bothered by the constant fuss about more likes and readers as well. And rightly so. Stories are only used now to draw attention to new posts and pictures and every other day there’s someone else complaining about the new algorithm. By the way, I’m talking about myself here, too. After more than 80% of my followers confirmed in a survey that they don’t see my posts anymore, I decided to use my story as an additional advertising platform. Which is how the actual idea of the story-function to post unfiltered and “real” content is slowly but surely getting lost. Whoever’s thinking now “calm down, they’re just numbers” is definitely right. But that’s not how it works in the blogger business. Our success is unfortunately (still) measured by numbers and currently mainly by Instagram figures. And as long as that is the case, frustration and complaining will probably not change much. Unless companies and agencies finally realize that numbers aren’t everything, especially not Instagram numbers. More focus on the blog and less on Instagram would be good for me too. After all, blogs are the only medium that we can control and that will remain in the long run.


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14 Comments

  1. December 17, 2017 / 11:26 am

    Dein Look gefällt mir sehr gut! Die Farben mag ich sehr! Einen rosa Pulli und eine karierte Hose habe ich schon auf meine Shopping Liste gesetzt.

    Instagram nutze ich nur als Hobby. Auch wenn ich einen kleinen Account habe, merke ich das Problem mit den Likes und den Kommentaren.

    viele liebe Grüße
    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

    • Sarah
      January 2, 2018 / 12:54 pm

      Danke Melanie! Und es ist wirklich erschreckend, wie vielen es genauso zu gehen scheint. Ganz egal, ob Hobbyinstagrammer oder hauptberuflicher Blogger…

    • Sarah
      January 2, 2018 / 12:55 pm

      Thank you so much!

  2. December 17, 2017 / 3:12 pm

    Ich benutze Instagram nur nebenbei und nicht in Zusammenhang mit meinem Blog, aber die zunehmende Werbung ist mir auch aufgefallen. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass ich nur noch selten bei Instagram vorbeischaue. Ich hoffe sehr, dass sich das bald wieder ändert. In diesem Fall stimmt leider mal wieder der allseits bekannte Satz „Früher war alles besser.“…
    Alles Gute für dich und morgen einen guten Start in die neue Woche!!

    • Sarah
      January 2, 2018 / 12:57 pm

      Danke meine Liebe! Mir geht es da ähnlich. Ich verliere immer mehr den “Spaß” an dieser App und hoffe sehr, dass sich das irgendwann wieder bessert. Machen können wir ja leider nichts, außer abzuwarten.

  3. December 18, 2017 / 12:24 pm

    Ich stimme dir wirklich zu! Es ist sooo unfassbar mühsam geworden, meine bilder werden echt garnicht mehr angezeigt und so macht es auch keinen spass mehr zu posten, trotzdem muss man den kanal weiter bespielen weil sich alles dort abspielt. Ich versuche mir soviel mühe zu geben guten content zu produzieren und merke aber leider, dass es keiner mehr sieht. Ich weiß nicht wie das weitergehen soll, insta wird irgendwann wie facebook unnötig sein. Es ist Zeit für eine neue App finde ich!!

    • Sarah
      January 2, 2018 / 12:59 pm

      Da gebe ich dir absolut recht Melina! Es ist wirklich mühselig geworden, ständig hochwertigen Content zu produzieren, jede Menge Zeit und Mühen in diese App zu stecken, nur um dann keinen damit zu erreichen. Ich seh das genauso. Wenn sich nichts ändert, muss einfach eine neue App her!

  4. December 18, 2017 / 9:49 pm

    Liebe Sarah,

    was Instagram betrifft hast du wohl recht. Wie du schon sagst, schauen Agenturen und Firmen auf die Zahlen und da ist es schwer sich (vor allem als Neuling) zu beweisen.

    Dein Look ist wieder mal On Point! Ich liiebe die Farben und die Lässigkeit durch den Pullover.

    Liebe Grüße
    Katja

    http://www.cestlevi.blog | Follow me on Instagram

    • Sarah
      January 2, 2018 / 12:59 pm

      Danke liebe Katja! Und ja, leider wird sich da in naher Zukunft wahrscheinlich auch nicht viel daran ändern…

  5. December 19, 2017 / 7:41 am

    I still believe that blogs is what’s really interesting. Instagram is a great promoting app, but as a costumer, I won’t spend the whole time in Instagram. I prefer reading posts and reading about other people’s concernes. It was great reading your post. Thank you so much for sharing this!
    Steal4Style.com

    • Sarah
      January 2, 2018 / 1:01 pm

      I totally agree! And am so glad that there are still people (like you!) who prefer blogs. After all, it’s the only “platform” we can control!

  6. December 21, 2017 / 6:24 pm

    Ich glaube, du sprichst hier allen aus der Seele! Ich nutze Instagram eigentlich nur zum Spass, gebe mir aber dennoch Mühe mit meinen Fotos. Und dann ist es einfach nur frustrierend, wenn ich nur sehr wenig Feedback bekomme.
    Ganz abgesehen davon finde ich deinen Blog und deine Bilder super!

    • Sarah
      January 2, 2018 / 1:02 pm

      Liebe Louise, vielen vielen Dank! Das freut mich sehr zu hören und bestärkt mich darin, mich durch den ganzen Instagram-Frust nicht runterziehen zu lassen. 🙂 Aber wie du schon sagst, es ist leider sehr frustrierend und fühlt sich mittlerweile an wie vergebene Mühen…

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